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Wie gehe ich mit Störern um?

PräsentationSouveränitätKommunikation
Eva Padjen
Eva Padjen
27. Januar 2026
3 Min. Lesezeit

„Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt unsere Macht zur Wahl unserer Reaktion. In unserer Reaktion liegt unsere Entwicklung und unsere Freiheit" (Viktor Frankl)

Als ich noch auf der Bühne stand, gab es unzählige solcher Situationen: Jemand fotografiert mit Blitz, Türen gehen auf und zu, Menschen kommen zu spät oder verlassen den Saal. Störungen gehören dazu – sie sind alltäglich.

Es gibt drei Möglichkeiten, damit umzugehen: Ignorieren – Integrieren – Konfrontieren

Ignorieren

Oft ist Ignorieren die sinnvollste Strategie. Die meisten Störungen entstehen aus einem menschlichen Bedürfnis heraus:

  • Freude über einen Moment, den man festhalten möchte.
  • Ein dringender Toilettengang, obwohl man sich vorgenommen hatte, durchzuhalten.
  • Frust, weil die Bahn mal wieder zu spät war und man den Anfang verpasst hat.

Aber was, wenn in der ersten Reihe permanent geredet wird und ich mich konzentrieren muss? Dann stelle ich mir zuerst eine andere Frage:

Stört das nur mich – oder auch die anderen Zuhörer?

Wenn nur ich betroffen bin, hilft oft ein kleiner Realitäts-Shift. Ich gebe der Situation innerlich eine neue, wohlwollende Bedeutung:

Vielleicht sind die beiden in Wahrheit Dolmetscher und der Vorstandsvorsitzende, der kein Deutsch spricht, bekommt gerade simultan übersetzt. (Ist so tatsächlich schon passiert.)

Oder: Gabi und Hans haben sich nach 20 Jahren zum ersten Mal wiedergesehen und haben einfach viel aufzuholen.

Allein diese neue Perspektive nimmt der Störung ihre Schärfe. Aus Ärger wird Gelassenheit – und mit einem inneren Schmunzeln kann ich mich wieder auf meinen Vortrag konzentrieren.

Integrieren

Was passiert, wenn man die Störung unmöglich ignorieren kann oder alle im Saal betroffen sind? Was, wenn PowerPoint den Geist aufgibt oder das Licht im Saal ausgeht?

Dann muss ich aktiv werden – am besten durch Improvisation und Humor. Ruhig bleiben, die Situation annehmen und spontan reagieren.

Eine Möglichkeit: Ich beschreibe die Störung aus meiner Perspektive in einem lauten Selbstgespräch, einer Art innerem Monolog: „Tja, ausgerechnet an meiner spannendsten Folie gibt PowerPoint den Geist auf. Jetzt entgeht Ihnen mein Geniestreich…"

Oder: „Hat jemand vergessen, die Stromrechnung zu bezahlen?"

Während ich die Situation beschreibe, gewinne ich Zeit zum Überlegen und meistere den Moment mit Humor. Stichwort: Mut zur Lücke.

Konfrontieren

Bei unerwünschten Zwischenrufen des Publikums kann ich diese entweder humorvoll integrieren oder – bei wiederholten unangebrachten Kommentaren – sachlich reagieren:

„Das scheint Ihnen sehr wichtig zu sein. Ich bespreche das gerne im Anschluss. Jetzt möchte ich mit meinem Vortrag weitermachen."

Eine direkte Konfrontation ist auf der Bühne riskant, kann aber im kleinen Kreis wirksam sein. Hierbei beschreibt man einfach, was der Störer tut:

„Sie telefonieren." „Sie reden die ganze Zeit."

Ich würde diese Variante nur im absoluten Notfall wählen, da sie schnell zu einer hitzigen oder peinlichen Situation führen kann. Manchmal genügt schon ein klarer Blick.


Störungen gehören zum Leben – auf der Bühne wie im Alltag. Sie lassen sich nicht vermeiden, aber wir können entscheiden, wie wir reagieren. Letztlich liegt darin die wahre Kunst: nicht, alles perfekt zu machen, sondern souverän zu bleiben – egal, was um uns herum passiert.

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